Veröffentlicht: 23.02.2026
Zuletzt aktualisiert: 24.02.2026
Heute vor genau einem Jahr, am 23. Februar 2025, habe ich die Domain etfschweiz.ch registriert. Angefangen hat es mit einem ETF-Guide für den einfachen Einstieg ins Investieren. Mitte Juli kam der Blog dazu und Anfang Oktober habe ich mich auf Instagram registriert. Nach 100 Posts und 10 «gerösteten» Follower-Portfolios habe ich einiges gelernt. Und das Fazit überrascht vielleicht: Die meisten Portfolios leiden am gleichen Problem.
Keep it simple
Ein ETF-Portfolio muss nicht kompliziert sein. Bei den meisten Portfolios könnte man alle ETFs bis auf einen rausstreichen, und man wäre immer noch gleich diversifiziert – oder sogar besser. Wenn man einen FTSE All-World im Portfolio hat, braucht es keinen MSCI World mehr. Oft nimmt man einen ETF dazu in der Meinung, dass man mit mehr ETFs besser diversifiziert ist. Wenn sich dieser ETF aber stark mit Positionen überschneiden, die man bereits im Portfolio hat, kann man sich den Aufwand sparen. Eine Überlappung kann man prüfen, indem man die Firmen- und Länderzusammensetzung z.B. bei justETF nachschlägt. Wenn dein ETF aus 70% USA besteht, brauchst du vermutlich keinen zusätzlichen S&P 500.
Doppelt hält nicht besser – Einzelaktien und ETFs
Einige Follower nehmen neben globalen ETFs noch Einzelaktien dazu. Wenn das Microsoft ist, das bereits in den Top-3 bei den meisten Welt-ETFs ist, schafft man zusätzlich ein Übergewicht einer einzelnen Firma. Den meisten ist gar nicht bewusst, aus welchen Firmen ihr ETF besteht und wie viel Gewicht die grossen Tech-Unternehmen bereits haben. Es gibt nicht viele Gründe, diese Firmen noch stärker zu gewichten.
Themen-ETFs: Wenn der Hype zum Risiko wird
Wenn der Kern des Portfolios aus zwei ähnlichen Themen-ETFs besteht – z.B. Defense und Aerospace – legt man sehr viele Eier in einen Korb. Wenn der Sektor unterperformt – Themen- oder Sektor-ETFs schwanken in der Regel stark – leidet das ganze Portfolio wegen ein paar einzelner Firmen. Besser wäre es, das Geld breit zu streuen. Denn die starken Firmen aus Trend-Themen sind auch in einem Welt-ETF vertreten – neben vielen weiteren Themen, die morgen explodieren könnten – lange bevor ein Themen-ETF dafür existiert. Denn wenn alle von einem Thema reden, ist der Hype oft sowieso bereits fast vorbei.
Zu viele kleine Positionen
Wenn eine Position nur 2-3% des Portfolios ausmacht, ist ihr Einfluss auf die Gesamtperformance minimal. Selbst wenn dieser ETF 50% zulegt, merkt man es kaum. Das ist dann eher Dekoration als Strategie – man fühlt sich diversifiziert, ist es aber nicht wirklich. Positionen unter 5% am Gesamtportfolio würde ich kritisch hinterfragen und prüfen, ob sie mich wirklich sinnvoll diversifizieren.
Fazit: Es ist einfacher, als du denkst
Das grösste Learning aus einem Jahr Portfolios anschauen: Die häufigsten Fehler sind keine Wissenslücken – sie sind menschlich. Wir wollen aktiv sein, wollen das Gefühl haben, etwas zu tun. Noch ein ETF, noch eine Aktie, noch ein Thema das gerade spannend klingt – in der Hoffnung, breiter aufgestellt zu sein oder keine Chance zu verpassen. Dabei ist das Versprechen von ETFs doch genau das Gegenteil: Investieren so einfach wie möglich machen. An der Börse wird Aktivität oft nicht belohnt. Ein breit diversifizierter ETF, regelmässig besparen, Kosten tief halten – das klingt langweilig. Und das ist genau der Punkt. Die erfolgreichsten Portfolios die ich gesehen habe, waren nicht die komplexesten. Sie waren die einfachsten.
Wenn du dein Portfolio auch mal unter die Lupe nehmen möchtest: Du weisst, wo du mich findest. 😉