Es gibt tausende ETFs – aber welcher passt zu dir? Die gute Nachricht: Für die meisten reicht ein einziger, breit gestreuter ETF. Hier erfährst du, wie du den richtigen findest.
Wichtiger Hinweis: Das ist keine Anlageberatung, sondern gibt meine persönliche Meinung wider.
Für Einsteiger: Ein paar beliebte ETFs
Du willst es unkompliziert? Ein All-World-ETF deckt mit einem Kauf tausende Firmen aus Industrie- und Schwellenländern ab. Beliebte Indizes sind der FTSE All-World und der MSCI ACWI. Hier eine Liste geeigneter ETFs (nicht abschliessend):
| ETF | Index | Small Caps | TER | CHF | Broker |
|---|---|---|---|---|---|
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SPDR MSCI ACWI IMI
IMID
IE00B3YLTY66
|
MSCI ACWI IMI | 0.17% |
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Xtrackers FTSE All-World
XALL
IE000L6ZMMC4
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FTSE All-World | 0.07% |
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Invesco FTSE All-World
FWRA
IE000716YHJ7
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FTSE All-World | 0.15% |
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Vanguard FTSE All-World
VWRA
IE00BK5BQT80
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FTSE All-World | 0.19% |
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SPDR MSCI ACWI
ACWI
IE00B44Z5B48
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MSCI All Country World | 0.12% |
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iShares MSCI ACWI
SSAC
IE00B6R52259
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MSCI All Country World | 0.20% |
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CHF zeigt an, ob der ETF in CHF handelbar ist.
Für Fortgeschrittene: Steueroptimierte Alternative
Der Vanguard Total World Stock ETF (VT) ist eine Alternative für Anleger:innen mit höherem Depotvolumen, die sich intensiver mit der Thematik auseinandersetzen möchten.
| ETF | Index | Small Caps | TER | Div. | CHF | Broker |
|---|---|---|---|---|---|---|
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Vanguard Total World Stock
VT
US9220427424
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FTSE Global All Cap | 0.06% | dist |
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Div. = Dividendenbehandlung. dist = ausschüttend
- Weltweit inkl. Small Caps mit tieferen Kosten
- 0% definitive Quellensteuer auf US-Dividenden ab rund CHF 40’000 Vermögen (Rückforderung via Steuererklärung)
- US-domiziliert: Nicht bei allen Schweizer Brokern handelbar
- Beachte: US-Nachlasssteuer bei Erbschaft (administrativer Aufwand für die Erben, steuerlich meist irrelevant dank Doppelbesteuerungsabkommen)
Für die meisten Einsteiger empfehle ich trotzdem Irland-ETFs, da sie besser verfügbar, europäisch reguliert, oft in CHF handelbar und ebenfalls günstig sind. Sie sind das «Rundumsorglospaket» ohne zusätzlichen Aufwand.
Du möchtest die Details verstehen? Dann sind hier die wichtigsten Auswahlkriterien.
1. Welcher Index steckt im ETF?
Jeder ETF bildet einen Index ab – und der bestimmt, in welche Firmen dein Geld investiert wird. Die wichtigste Entscheidung bei der ETF-Wahl ist also die Wahl des zugrundeliegenden Index.
Vergleiche dazu die Seite zur Diversifikation. Für die meisten reicht ein einzelner, global gestreuter ETF. Du bist damit bereits maximal diversifiziert.
Wenn du die Diversifikation selber steuern möchtest, gibt es regionale (Industrieländer oder Schwellenländer, aber auch feiner granuliert wie z.B. Europa, Asien oder einzelne Länder) oder thematische (z.B. Technologie, Nachhaltigkeit, Dividenden) ETFs. Bei den Firmengrössen unterscheidet man zwischen Large-, Mid- und Small-Caps. Du kannst so mit mehreren ETFs dein Portfolio zusammenstellen. Ein Mehr-ETF-Portfolio empfehle ich nur fortgeschritteneren Investorinnen und Investoren, die wissen, was sie machen.
2. Ausschüttend oder thesaurierend?
Frage dich: Möchtest du regelmässige Dividendenausschüttungen (Passiveinkommen) oder möchtest du dein Vermögen lieber langfristig wachsen lassen? Je nach dem wählst du einen ausschüttenden oder einen thesaurierenden ETF. Vergleiche dazu auch die ETF-Strategien.
3. Wie viel darf der ETF kosten?
Die Total Expense Ratio (TER) zeigt die jährlichen Kosten des ETFs. Diese werden automatisch von der Rendite abgezogen.
Beispiel: Bei einem ETF mit 0.20% TER zahlst du bei CHF 10’000 Investment nur CHF 20 pro Jahr.
- TER bis 0.20%: Sehr günstig und ideal für langfristiges Investieren
- TER bis 0.50%: Noch okay, aber nur, wenn der ETF besondere Vorteile bietet: z.B. Small Caps, Dividendenfokus, Themen-ETF
- TER ab 0.50%: Nur bei speziellen ETFs gerechtfertigt
Noch genauer hinschauen: Tracking Difference
Die TER zeigt die offiziellen Kosten – aber genauso wichtig ist auch, wie gut ein ETF seinen Index wirklich nachbildet. Diese Abweichung nennt man Tracking Difference (TD).
Sie kann positiv oder negativ sein: Manche ETFs schneiden trotz höherer TER sogar besser ab, weil sie effizienter investieren und ihren Index zeitweise sogar übertreffen.
Für Einsteiger reicht es, bei den grossen, bekannten Anbietern zu bleiben – dort ist die Tracking Difference in der Regel gering. Wenn du aber mehrere ETFs miteinander vergleichst, lohnt es sich, auch einen Blick auf die TD zu werfen. Denk aber daran: Auch hier sind vergangene Werte keine Garantie für die Zukunft.
4. Welches Fondsdomizil ist am besten?
Für die meisten Anleger: Wähle Irland (IE), wenn dein ETF US-Aktien enthält. Die ersten zwei Buchstaben der ISIN zeigen das Domizil: IE = Irland, US = USA, CH = Schweiz. Warum Irland die Standardwahl ist:
- Irische ETFs zahlen nur 15% Quellensteuer auf US-Dividenden (statt 30%)
- Bei allen Schweizer Brokern handelbar
Hinweis für fortgeschrittene Anleger:
Bei US-domizilierten ETFs kannst du die vollen 30% Quellensteuern via Steuererklärung zurückholen. Allerdings sind US-ETFs nicht bei allen Brokern handelbar und unterliegen potenziell der US-Erbschaftssteuer.
Enthält der ETF nur Schweizer Aktien, ist das Domizil Schweiz zu bevorzugen.
5. Fondsgrösse & Handelsvolumen
Grosse Fonds (> 500 Mio.) sind meist günstiger handelbar und weniger gefährdet, geschlossen zu werden. Bekannte Anbieter: iShares, Vanguard, SPDR, Xtrackers, Invesco, Amundi oder auch die UBS. Du findest die Fondsgrösse oft auch als Kennzahl AUM (Assets Under Management).
6. Währung
Dein Konto bei einem Broker ist meistens in CHF (deine Basiswährung). ETFs kannst du an verschiedenen Börsen in unterschiedlichen Währungen kaufen, z.B. in CHF, USD oder EUR. Wenn du einen ETF in einer anderen Währung als deiner Basiswährung kaufst, rechnet dein Broker automatisch um – dabei fallen jedoch Umrechnungsgebühren an (0.25–0.95%). Daher lohnt es sich, wenn möglich einen ETF zu wählen, der an der Schweizer Börse in CHF handelbar ist.
Abgesehen von den Fremdwährungsgebühren spielt die Handelswährung des ETFs keine Rolle. Entscheidend sind die Währungen der im ETF enthaltenen Aktien, nicht die Handelswährung. Der ETF-Wert in deinem Depot schwankt mit den Währungen dieser Aktien (z.B. USD, EUR, JPY) – egal, ob du den ETF in CHF oder USD gekauft hast.
Wichtig zu wissen: Währungsgesicherte (hedged) ETFs kosten extra und lohnen sich langfristig selten. Mehr dazu: Was ist Hedging?
Achte also darauf, dass dein ETF nicht gehedged ist, und wähle wenn möglich eine CHF-notierte Variante, um Umrechnungsgebühren zu sparen.
7. Replikationsmethode
Als Anfänger musst du dich nicht mit den verschiedenen Replikationsmethoden auseinandersetzen. Wähle am besten einfach einen ETF, der physisch repliziert – das heisst, die Aktien im Index werden tatsächlich gekauft. Im Gegensatz dazu setzen synthetische ETFs auf Derivate (Swaps), was ein zusätzliches Risiko mit sich bringt und für Einsteiger nicht nötig ist.
Tipp zur ETF-Suche
Für die ETF-Suche empfehle ich justetf.com. In der linken Spalte kannst du Filter auf verschiedene Kriterien setzen. Letzter Check: Prüfe, ob dein gewählter Broker den ETF im Angebot hat.
Gefühlt überwältigend? Das ist normal! Ich habe dir im Blog ein paar Beispiele für grundlegende ETF-Portfolios zusammengestellt, mein eigenes Portfolio aufgeschlüsselt und erklärt, was meine Wahl für ein Ein-ETF-Portfolio wäre. Auch findest du im Blog die beliebtesten ETFs für ein Weltportfolio.
Zusammenfassung: Deine ETF-Checkliste
- Index: Global gestreut
- Ausschüttung: Thesaurierend für Vermögensaufbau
- Kosten: TER unter 0.2%, geringe Tracking Difference
- Domizil: Irland bei US-Aktien, CH bei Schweizer Aktien
- Grösse: Mind. 500 Mio. Volumen
- Währung: Nicht gehedged, Handelswährung CHF wenn möglich
- Replikationsmethode: Physisch
- Verfügbarkeit: Bei deinem Broker handelbar
Veröffentlicht: 23.02.2025
Zuletzt aktualisiert: 11.06.2026