Um ETFs zu kaufen, brauchst du ein Depot (Wertschriftendepot) bei einem Broker, also einer Handelsplattform. Dort eröffnest du ein Konto. Nach der Eröffnung erhältst du eine eigene IBAN für dein Verrechnungskonto. Auf dieses überweist du Geld – und mit diesem Geld kaufst du anschliessend ETFs.
Du könntest auch bei deiner Hausbank ein Wertschriftendepot eröffnen, aber die Gebühren sind dort in der Regel zu teuer. Deshalb empfehle ich die untenstehenden digitalen Anbieter. Registriere dich in der App oder auf der Website des Brokers mit deinen persönlichen Daten. Halte deinen Ausweis bereit. In der Regel musst du dich zusätzlich per Selfie-Video identifizieren. Der Broker ist gesetzlich verpflichtet, deine Identität zu prüfen. Auch darfst du nur Geld von einem Bankkonto einzahlen, das auf deinen eigenen Namen lautet. Überweisungen von Drittpersonen werden abgelehnt.
Hilfestellung: Meine Empfehlungen
Du findest auf dieser Seite diverse Kriterien, die dir bei der Auswahl eines Brokers helfen könnten. Trotzdem möchte ich hier eine kleine Hilfestellung bieten.
- Du willst mit grösseren Beträgen handeln und eine grosse ETF-Auswahl?
Der günstigste Broker in der Schweiz ist für die meisten Personen die Saxo Bank (mein Erfahrungsbericht oder zur Registrierung). Sie hat keine Depotgebühren, einen kostenlosen E-Steuerauszug und günstige Gebühren beim Kauf und Verkauf. Ebenfalls gibt es kostenlose ETF-Sparpläne. Es werden keine Fractional Shares unterstützt, das heisst, du kannst nur ganze Anteile von ETFs kaufen und keine Bruchstücke. Deshalb ist dieser Broker – je nach dem, in welchen ETF du investieren möchtest – für kleine Beträge nicht geeignet.
- Du willst einfach starten und mit kleinen Beträgen ausprobieren?
Nimm Yuh oder neon invest als Einstieg. Bei beiden Apps bezahlst du keine Depotgebühren und tiefe Gebühren bei kleinen Beträgen. Auf beiden Plattformen sind gute globale ETFs im kostenlosen Sparplan verfügbar. Bei Yuh sind Fractional Shares möglich, so kannst du schon ab wenigen Franken investieren.
- Du willst auch Einzelaktien kaufen und dich ins Namensregister eintragen lassen?
Dann ist Swissquote eine gute Wahl. Neben dem Handel mit ETFs kannst du dich beim Kauf von Namenaktien ins Aktienregister der Gesellschaft eintragen lassen. So kannst du an Generalversammlungen teilnehmen, dein Stimmrecht ausüben und in manchen Fällen Naturaldividenden erhalten, wenn Unternehmen statt Geld eigene Produkte an ihre Aktionäre ausschütten.
- Du möchtest möglichst günstig handeln, nicht zwingend über einen Schweizer Anbieter?
Meist wird IBKR (Interactive Brokers) empfohlen. Die Kosten und Umrechnungsgebühren sind sehr tief und du hast eine riesige ETF-Auswahl. Zudem bezahlst du bei ausländischen Brokern keine Stempelsteuern. Die Steuererklärung kann etwas komplizierter sein als mit einem Schweizer Broker, der einen E-Steuerauszug bietet. Die Oberfläche von IBKR kann Einsteiger:innen überfordern, der Einstieg ins Investieren ist einfacher über einen Neobroker (z.B. Yuh).
Du solltest deinen Broker aber selber aufgrund deines Anlageverhaltens und deiner Anforderungen auswählen. Hier die wichtigsten Kriterien, die du prüfen kannst:
- Domizil des Brokers: Schweizer Anbieter oder ausländischer Broker?
- Gebühren: Ordergebühren, Depotgebühren, Währungsumrechnung, Stempelsteuer (mehr dazu weiter unten)
- Sparpläne: Kannst du automatisch regelmässig investieren?
- Fractional Shares: Kannst du auch Bruchteile eines ETF-Anteils kaufen?
- Handelsplätze: Hast du die Wahl der Börse, oder ist sie fix?
- Steuerfreundlichkeit: Gibt es einen E-Steuerauszug? Wie wird die Quellensteuer auf US-Dividenden gehandhabt? (Stichwort: Qualified Intermediary)
- ETF-Verfügbarkeit: Ist der ETF, den du kaufen möchtest, überhaupt beim Broker erhältlich?
Hier ein Überblick der verschiedenen Broker-Typen in der Schweiz:
| Broker-Typ | Vorteile | Nachteile |
|---|---|---|
| Klassische Banken (z. B. UBS, ZKB, PostFinance) | Vertrauen, Steuerdokumente, Bankkonto & Depot aus einer Hand, persönlicher Kontakt | Hohe Gebühren, wenig Auswahl |
| Online-Broker (z. B. Swissquote, Saxo Bank) | Günstiger, grosse Auswahl | Oft keine (kostenlosen) Sparpläne, teurer als Ausland |
| Neobroker (z. B. Yuh, neon invest) | Günstig bei kleinen Beträgen, einfache Bedienung, Zusatzfunktionen wie Debit-Karte | Wenig Auswahl, keine Wahl des Handelsplatzes, teuer bei grossen Beträgen |
| Internationale Broker (z. B. IBKR, DEGIRO) | Tiefe Gebühren, viele Märkte, keine Stempelsteuer | Steuerhandling komplexer, kein Schweizer Einlegerschutz auf Cash-Bestand, Support & Regulierung im Ausland |
Für mich persönlich sind die wichtigsten Kriterien: Schweizer Anbieter, keine Depotgebühren und tiefe Ordergebühren. Deshalb nutze ich selbst die Saxo Bank (meine Saxo Bank Erfahrungen).
Gebühren und Kosten – was kostet dich ein ETF-Kauf?
Die Kosten sind für mich eines der wichtigsten Kriterien. Deshalb widmen wir uns den Broker-Gebühren in diesem Abschnitt noch separat. Bevor du die Zahlen im Vergleich unten anschaust, hier eine kurze Übersicht über die anfallenden Kosten:
- Ordergebühren: Die Kosten für einen einzelnen Kauf oder Verkauf – festgelegt vom Broker.
- Depotgebühren: Kontogebühren, damit du überhaupt ein Depot beim Broker führen kannst. Werden jährlich oder quartalsweise verrechnet; bei einigen Brokern gratis.
- Währungsumrechnung: Wechselgebühren, wenn du mit CHF in Fremdwährungen wie USD handelst.
- Steuerauszug: Manche Broker verrechnen den elektronischen Steuerauszug zusätzlich.
- Stempelsteuer: Eine staatliche Transaktionssteuer, die beim Kauf und Verkauf bei Schweizer Brokern anfällt – 0.075 % für Schweizer ETFs, 0.15 % für ausländische ETFs. Bei ausländischen Brokern wie IBKR entfällt sie.
Vergleiche die Kosten der Broker, die für dich in Frage kommen, und entscheide dich danach für den günstigsten. Berücksichtige auch die Höhe deiner geplanten Investitionen: Bei kleineren Beträgen sind Neobroker günstiger, bei grösseren werden diese aber teuer. Verwende den ETF Broker-Gebührenrechner für die Berechnung unter Berücksichtigung deiner eigenen Zahlen.
Ordergebühren: Ein kleiner Vergleich
Diese Tabelle veranschaulicht: Je nach Höhe des Trades ist ein anderer Broker günstiger. Berücksichtige immer auch, dass du deine ETFs irgendwann auch wieder verkaufen musst und du dann mit grösseren Beträgen handeln wirst.
| Broker | Trade: CHF 100 | Trade: CHF 1’000 | Trade: CHF 10’000 | Depotgebühr zusätzlich pro Quartal |
|---|---|---|---|---|
| PostFinance [1] | CHF 6.00 | CHF 12.00 | CHF 30.00 | CHF 18.00* |
| Swissquote [2] | CHF 3.00 | CHF 5.00 | CHF 9.00 | CHF 20.00 – 50.00 |
| Saxo Bank [3] | CHF 3.00 | CHF 3.00 | CHF 8.00 | kostenlos |
| Yuh [4] / neon invest [5] | CHF 1.00 | CHF 5.00 | CHF 50.00 | kostenlos |
Stand der Gebühren: Juli 2026.
* PostFinance schreibt die Depotgebühren als Trading-Credits gut (verfallen am Quartalsende)
Einen Überblick über die aktuellen Gebühren findest du auch in meinem Schweizer Broker Gebühren-Vergleich. Über meinen Broker-Gebührenrechner kannst du deine eigene Ausgangslage eingeben und damit die effektiv anfallenden Kosten berechnen.
Der beste Zeitpunkt zu investieren war vor 20 Jahren. Der zweitbeste ist jetzt.
Aber wie finde ich nun einen ETF?
Es gibt zwei Wege – je nachdem, welchen Broker du nutzt:
Broker mit vorgegebener ETF-Auswahl (z.B. Yuh, neon):
- Schau dir das ETF-Angebot direkt in der App oder auf der Website an.
- Vergleiche die verfügbaren ETF. Suche auf justetf.com oder extraetf.com nach dem Namen oder der ISIN und prüfe: Welchen Index bilden sie ab? Wie teuer sind sie (TER)? Sind sie ausschüttend oder thesaurierend?
- Wähle den ETF, der am besten passt.
Broker mit grosser ETF-Auswahl (z.B. Saxo Bank, Swissquote):
- Finde einen ETF, in den du investieren möchtest, über die Guides und ETF-Listen auf justetf.com oder extraetf.com.
- Kopiere die ISIN und gib sie direkt bei deinem Broker ins Suchfeld ein.
Beim ETF-Vergleich auf justetf.com kannst du mehrere ETFs auswählen und die Kennzahlen direkt miteinander vergleichen.
Du bist fast startklar!
Du kennst nun die wichtigsten Punkte des ETF-Investierens in der Schweiz. Bevor du wirklich loslegst, noch drei Dinge, die du beachten solltest:
- Versicherung: Kläre, ob du bei grösseren Schäden (z. B. Einbruch, Wasserschaden, Haftpflicht) ausreichend versichert bist. So minimierst du das Risiko unerwarteter hoher Ausgaben und kannst deine Investitionen unangetastet lassen.
- Notgroschen: Halte 3–6 Monatsausgaben als Reserve für unvorhergesehene Ausgaben auf deinem Konto. Mehr im Artikel: Wie hoch sollte der Notgroschen sein?
- Anlagehorizont: Aktien-ETFs lohnen sich nur langfristig – mindestens 10 Jahre. Lege nur Geld an, das du in den nächsten Jahren sicher nicht brauchst. Wie viel du monatlich anlegen kannst, zeigt dir der Artikel: Meine Sparquote herausfinden
Dann bist du nun wirklich startklar – viel Erfolg beim ersten Kauf!
Falls du dich ebenfalls für die Saxo Bank entscheidest – über meinen Link erhältst du bei der Registrierung CHF 200 Trading-Guthaben: Zur Kontoeröffnung. Alles zur Saxo Bank findest du in meinem Saxo Bank Guide, und einen allgemeinen Überblick zum Kaufvorgang gibt es hier: ETF kaufen in der Schweiz: Schritt-für-Schritt.
Veröffentlicht: 23.02.2025
Zuletzt aktualisiert: 15.07.2026