Veröffentlicht: 18.07.2025
Zuletzt aktualisiert: 15.05.2026
Ein Notgroschen ist die Basis jeder soliden Finanzplanung. Er stellt sicher, dass du jederzeit genügend Geld beiseite hast, damit du bei unerwarteten Ausgaben nicht gleich zum ungünstigsten Zeitpunkt deine ETFs verkaufen musst. Bevor du also mit dem Investieren anfängst, solltest du unbedingt eine Cashreserve aufbauen, z.B. durch einen monatlichen Dauerauftrag auf dein Sparkonto.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient nur der Information und spiegelt meine persönliche Meinung wider.
Was ist ein Notgroschen?
Der Notgroschen (oder Notfallreserve) ist Geld, das du jederzeit verfügbar hast. Er deckt unvorhergesehene Ausgaben wie:
- Eine kaputte Waschmaschine
- Eine unerwartete Steuerrechnung
- Eine Autoreparatur
- Eine teure Zahnarztrechnung
- Kurzfristige Einkommensausfälle
Damit stellst du sicher, dass du auch bei grösseren unerwarteten Ausgaben deine Anlagen nicht verkaufen musst, um an Geld zu kommen. Denn wenn die Kurse gerade tief sind, solltest du nicht verkaufen müssen – solange du nicht im Minus verkaufst, ist der Verlust nur auf dem Papier. Erst, wenn du verkaufen würdest, würdest du den Verlust realisieren. Genau das möchten wir mit einem Notgroschen verhindern.
Wichtig: Der Notgroschen gehört auf ein Sparkonto oder ein Zahlungskonto – nicht ins Depot. Er soll jederzeit verfügbar sein. Beachte auch die Rückzugslimite deiner Bank, also wie viel du pro Monat kostenlos beziehen darfst. Bei einem sehr grossen Notgroschen kannst du den Betrag also auch auf mehrere Konti oder sogar Banken verteilen.
Wie hoch sollte der Notgroschen sein?
Eine oft genannte Faustregel: 3 bis 6 Monatsausgaben. Was heisst das konkret?
- Wenn du monatlich 4’000 CHF brauchst, solltest du zwischen 12’000 und 24’000 CHF als Notreserve haben.
- Hast du Kinder, ein Haus oder bist selbstständig, kann auch eine grössere Reserve sinnvoll sein.
- Berücksichtige deine persönliche Situation: Bei stabilem Einkommen reichen oft schon 3 Monate.
- Geplante Ausgaben wie Ferien, ein neues Auto oder Ausbildungen sollten nicht mit dem Notgroschen finanziert werden.
Tipp: Kläre zusätzlich, welche grösseren Ausgaben du absichern solltest – etwa durch eine Hausrat- oder Haftpflichtversicherung. Ein Einbruch, Wasserschaden oder Wohnungsbrand kann teuer werden und sollte nicht vom Notgroschen bezahlt werden müssen. Falls du nicht versichert bist, solltest du deine Rücklage entsprechend höher ansetzen.
Fazit
Bevor du mit dem Investieren beginnst, prüfe:
- Bin ich für grössere Schäden (z. B. Einbruch, Wasserschaden, Haftpflicht) ausreichend versichert oder müsste ich in so einem Fall auf den Notgroschen zurückgreifen?
- Habe ich einen Notgroschen, mit dem ich unvorhergesehene Ausgaben decken kann?
- Kann ich mein Investment langfristig liegen lassen, auch wenn es mal eng wird?
- Sei aber auch realistisch: Ein zu grosser Notgroschen kostet Rendite.