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Robo-Advisor oder selbst in ETFs investieren – was lohnt sich?

Veröffentlicht: 09.12.2025
Zuletzt aktualisiert: 11.06.2026

Du möchtest in ETFs investieren, aber die Verwaltung selbst übernehmen willst du nicht? Robo-Advisor könnten die Lösung sein. Sie kümmern sich automatisch um dein Portfolio – zu Kosten, die zwischen Selbstverwaltung und klassischer Vermögensverwaltung liegen. Was genau dahintersteckt, erfährst du in diesem Artikel.

Was ist ein Robo Advisor?

Robo-Advisor sind digitale Vermögensverwalter. Du beantwortest ein paar Fragen zu deinem Risikoprofil und Anlagehorizont – der Algorithmus übernimmt den Rest: ETFs auswählen, kaufen, regelmässig rebalancieren.

Das läuft alles automatisch im Hintergrund. Kein Bankberater, keine Entscheidungen. Darum sind Robo-Advisor günstiger als klassische Vermögensverwaltung – aber teurer als selbst investieren.

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Wie funktioniert ein Robo-Advisor?

Der Einstieg ist simpel: Konto eröffnen, ein paar Fragen zu Risiko, Anlagehorizont und Einzahlungen beantworten – fertig. Daraus leitet der Robo-Advisor eine passende Strategie ab.

Investiert wird fast immer in ETFs. Der Robo-Advisor überwacht das Portfolio und schichtet um, wenn das Verhältnis von Aktien und Anleihen aus dem Gleichgewicht rutscht. Das passiert regelbasiert, nicht emotional – ein Vorteil gegenüber menschlichen Beratern.

Was kostet ein Robo-Advisor?

Es fallen zwei Arten von Kosten an:

  1. Produktkosten (TER der ETFs) – ca. 0.10–0.30% (hast du beim Selbstinvestieren genauso)
  2. Servicegebühr des Anbieters – meist 0.4–1.0% pro Jahr, je nach Anbieter

Damit sind Robo-Advisor günstiger als klassische Vermögensverwaltung, aber teurer als selbst investieren. Bei 50’000 CHF Depotwert und 0.50% Servicegebühr sind das 250 CHF im Jahr – nur für die Verwaltung. Auf 20 Jahre gerechnet ist das ein spürbarer Betrag, den du alternativ in den Markt investieren könntest.

Was macht ein Robo-Advisor, das ich nicht selbst kann?

Ehrlich gesagt: nicht viel. Das Rebalancing – also das Wiederherstellen der ursprünglichen Gewichtung – kannst du mit einem einzigen ETF komplett vermeiden. Ein globaler ETF wie der FTSE All-World oder MSCI World rebalanciert intern automatisch.

Willst du ein einfaches Portfolio aus zwei ETFs (z.B. 80% FTSE All-World, 20% Anleihen), brauchst du einmal im Jahr vielleicht 30 Minuten, um es manuell anzupassen. Das war’s.

Wann lohnt sich ein Robo-Advisor?

Es gibt durchaus Situationen, wo ein Robo-Advisor Sinn ergibt:

  • Du willst ein echtes «Set-and-forget»-Produkt und wirst das sonst nie selbst machen
  • Du willst dich überhaupt nicht mit ETFs oder Wertschriften-Depots befassen
  • Du schätzt den Komfort mehr als die Kostenersparnis

Das ist keine falsche Entscheidung. Wer wegen zu hohem Aufwand gar nicht investiert, ist schlechter dran als jemand, der mit einem Robo-Advisor zumindest dabei ist.

Wann lohnt er sich nicht?

  • Du willst Kosten minimieren
  • Du möchtest selbst bestimmen, in welche ETFs du investierst
  • Du bist bereit, einmal im Jahr kurz draufzuschauen

In diesen Fällen zahlst du beim Robo-Advisor schlicht für etwas, das du entweder nicht brauchst oder selbst günstiger erledigen kannst.

Mein Fazit

Für mich persönlich kommt ein Robo-Advisor nicht infrage. Mit einem einzigen globalen ETF bin ich breit diversifiziert, zahle minimale Kosten – und der Aufwand ist wirklich überschaubar. Wer älter wird und in Richtung Pension kommt, kann bei Bedarf einfach einen Anleihen-ETF ergänzen (siehe auch: Portfolio vor der Pension umschichten).

Wenn du aber weisst, dass du den Einstieg ohne automatische Lösung immer wieder aufschieben wirst: Dann ist ein Robo-Advisor besser als gar nicht anfangen.

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Häufige Fragen

Ist mein Geld beim Robo-Advisor sicher?

Ja. Dein Geld liegt nicht beim Robo-Advisor selbst, sondern bei der dahinterstehenden Depotbank. In der Schweiz sind Wertschriften als Sondervermögen geschützt – auch beim Konkurs des Anbieters.

Kann ich jederzeit aus einem Robo-Advisor aussteigen?

Ja, die meisten Anbieter haben keine Mindestlaufzeit. Du kannst dein Portfolio jederzeit verkaufen oder auf ein eigenes Depot übertragen – wobei ein Übertrag in der Regel mit Gebühren verbunden ist.

Was passiert bei einem Börsencrash mit meinem Robo-Advisor-Portfolio?

Dasselbe wie bei einem selbst verwalteten ETF-Portfolio: der Wert sinkt. Ein Robo-Advisor schützt dich nicht vor Kursverlusten – er sorgt nur dafür, dass dein Portfolio deinem Risikoprofil entspricht.

Was ist der Unterschied zwischen einem Robo-Advisor und einem ETF?

Ein ETF ist ein Anlageprodukt – du kaufst Anteile an einem Fonds. Ein Robo-Advisor ist ein Dienst, der für dich ETFs kauft und verwaltet. Robo-Advisors investieren fast immer in ETFs.

Lohnt sich ein Robo-Advisor ab einem bestimmten Betrag mehr?

Eher umgekehrt: Je grösser das Depot, desto mehr fällt die Servicegebühr ins Gewicht. Bei 200’000 CHF und 0.5% sind das bereits 1’000 CHF pro Jahr – für Verwaltungsaufgaben, die du selbst in wenigen Minuten erledigen könntest.

Jo Frischknecht, Autor von ETF Schweiz

Hi, ich bin Jo, Autor von ETFSchweiz.ch

Ich helfe dir, stressfrei mit ETFs zu investieren – perfekt, wenn du von der Börse profitieren willst, aber nichts mit Aktienanalysen zu tun haben möchtest. Als Privatanleger teile ich auf ETFSchweiz.ch, was ich über Jahre beim Investieren gelernt habe. Folge mir auch auf Instagram: @etfschweiz.ch