Veröffentlicht: 20.07.2025
Zuletzt aktualisiert: 30.04.2026
Jeder hat seine eigene Art zu investieren. Und auch wenn die Grundregeln für alle ähnlich sind (breit streuen, langfristig halten, Kosten tief halten), ist am Ende jede Strategie ein bisschen individuell. Sie sollte auch deinen Anlagehorizont berücksichtigen – meiner beträgt 25 Jahre.
Hier zeige ich dir, wie ich mein ETF-Portfolio aufgebaut habe – und warum genau so. Das muss für deine persönliche Situation nicht zwingend Sinn machen.
Mein Depot habe ich übrigens bei der Saxo Bank (mein Saxo Bank Erfahrungsbericht), da sie keine Konto- oder Depotgebühren, günstige Konditionen beim Handel und einen kostenlosen E-Steuerauszug hat. Auch sind über AutoInvest kostenlose Sparpläne möglich.
Keine Anlageberatung. Dieser Beitrag dient nur der Information und spiegelt meine persönliche Meinung wider.
Mein Ziel: Wachstum mit einer Prise Cashflow
Ich will mit meinem ETF-Depot vor allem eins: langfristig Vermögen aufbauen.
Aber als Selbstständiger ohne fixen Lohn schätze ich es, wenn zwischendurch auch mal etwas aufs Konto tröpfelt. Deshalb investiere ich rund 10% in einen ausschüttenden Dividenden-ETF. Damit lassen sich mal die Ferien oder die Krankenkassenprämie bezahlen – oder ich investiere das Geld einfach wieder, wenn ich es gerade nicht brauche.
Und ganz ehrlich: Es motiviert auch, dranzubleiben und weiter zu investieren, wenn einfach mal wieder 1’000 CHF Dividenden reinkommen, ohne dass ich etwas dafür tun musste. Meine Investitionen sind nicht mehr nur eine Zahl auf dem Bildschirm, sondern werden zu realem Geld, das ich ausgeben kann.
Wachstum bleibt mein Fokus – aber ein bisschen Cashflow gehört für mich dazu. Und da Dividenden von Schweizer Firmen besonders effizient sind, weil sie keinen Quellensteuerabzug haben, setze ich diesen Teil meiner Strategie mit einem Schweizer Dividenden-ETF um.
Mein Portfolio
| ETF | ISIN | Anteil | Rolle |
|---|---|---|---|
| iShares MSCI ACWI (SSAC_CHF) | IE00B6R52259 | 90% | Mein Kerninvestment – weltweit gestreut, auf Wachstum ausgerichtet. |
| iShares Swiss Dividend (CHDVD) | CH0237935637 | 10% | Schweiz-Anteil & Ausschüttungen in CHF |
Update April 2026: Ursprünglich hatte ich noch einen globalen Dividenden-ETF (VHYL) mit einer Gewichtung von 10% im Depot. Obwohl er gut in meine Strategie passte, habe ich diesen aus steuerlichen Überlegungen (weniger Dividenden = weniger Einkommenssteuern) zugunsten des ACWI aufgelöst.
Warum genau diese Aufteilung?
- 90% MSCI ACWI – weil globale Diversifikation unschlagbar ist.
Der ACWI bildet praktisch den ganzen Weltmarkt ab (ohne Small Caps) und enthält über 2’300 Unternehmen aus Industrie- und Schwellenländern. Ich kann ihn bei der Saxo Bank im monatlichen ETF-Sparplan kostenlos in CHF besparen, habe also auch keine Umrechnungsgebühren. Alle breit gestreuten All-World-ETFs kämen für mich in Frage (FTSE All-World, MSCI ACWI IMI, Amundi Prime All-Country, VT), also bespare ich den, mit dem ich den kleinsten Aufwand habe. - 10% CHDVD – weil er Home-Bias und Dividenden kombiniert
Ich habe bewusst 10 % Schweiz-Anteil. Warum? Weil das perfekt in den Dividenden-Teil meiner Strategie passt. Schweizer Firmen zahlen zuverlässig Dividenden, CH-ETFs profitieren von tieferer Stempelsteuer und Quellensteuern fallen keine an. Auch dieser ETF hat trotz der Ausschüttungen noch eine stabile Wertentwicklung: Von allen Schweizer ETFs ist dieser in den letzten 5 Jahren am besten gelaufen. Ich profitiere also nicht nur vom Cashflow, sondern auch von Kurssteigerungen. Man muss sich einfach des Klumpenrisikos bewusst sein, da man sich auf eine handvoll Firmen stützt. Aber für eine 10%-Position ist das für mich OK.
In diesem Sinne ist mein Portfolio ein Core-Satellite-Portfolio – mit dem MSCI ACWI als Kern und einem Satelliten mit Home-Bias und Dividendenfokus.
Warum keine Small Caps?
Small Caps wären für die Diversifikation sinnvoll – aber sie sind im ACWI, den ich kostenlos besparen kann, eben nicht enthalten. Da ich mein Portfolio möglichst einfach halten möchte, verzichte ich auf einen separaten Small-Caps-ETF. Sein Einfluss wäre mit rund 10% Anteil im Portfolio ohnehin eher gering.
Warum nur Aktien-ETFs?
Mit einem Anlagehorizont von 25 Jahren setze ich voll auf Aktien. Sie bieten langfristig die besten Chancen auf Wachstum und laufende Erträge – auch wenn andere Anlagen phasenweise besser laufen können. Anleihen oder Gold können zwar kurzfristig stabilisieren, bremsen aber oft die Rendite. Für mich bleibt ein breit gestreuter Aktien-ETF die sinnvollste Basis.
Aber: Nichts spricht dagegen, neben dem ETF-Portfolio auch etwas Bitcoin oder Gold zu halten. Und je näher ich der Pension komme, desto eher werde ich eine Goldposition in Betracht ziehen.
Was ist mit den Überschneidungen?
Der CHDVD enthält Unternehmen, die im ACWI bereits vertreten sind. Das nehme ich bewusst in Kauf, bzw. ist sogar der Sinn vom Home Bias: Mit dem Schweizer ETF habe ich kein direktes Fremdwährungsrisiko, quellensteuerbefreite Dividenden und stabile Schweizer Unternehmen im Depot. Mehr zu diesen Vorteilen findest du im Artikel zum Home Bias Schweiz.
Mein Fazit: Keep it simple.
Der grösste Vorteil von ETFs? Ihre Einfachheit. Und genau das bildet auch mein Portfolio ab: breit gestreut, auf meine Situation abgestimmt – und vor allem so einfach, dass ich nicht ständig daran herumschrauben muss.
- Der Kern bleibt Wachstum
- Ein kleiner Anteil bringt Cashflow
- Der Home-Bias liefert Dividenden
Ist mein Portfolio perfekt? Auf keinen Fall. Aber ich habe angefangen. Und am Ende schlägt eine einfache, umgesetzte Strategie jede komplexe Theorie, die nie realisiert wird.