Veröffentlicht: 09.12.2025
Zuletzt aktualisiert: 04.07.2026
Du möchtest in ETFs investieren, aber die Verwaltung selbst übernehmen willst du nicht? Robo-Advisor könnten die Lösung sein. Sie kümmern sich automatisch um dein Portfolio – zu Kosten, die zwischen Selbstverwaltung und klassischer Vermögensverwaltung liegen. Was genau dahintersteckt, erfährst du in diesem Artikel.
Was ist ein Robo Advisor?
Robo-Advisor sind digitale Vermögensverwalter. Du beantwortest ein paar Fragen zu deinem Risikoprofil und Anlagehorizont – der Algorithmus übernimmt den Rest: ETFs auswählen, kaufen, regelmässig rebalancieren.
Das läuft alles automatisch im Hintergrund. Kein Bankberater, keine Entscheidungen. Darum sind Robo-Advisor günstiger als klassische Vermögensverwaltung – aber teurer als selbst investieren.
Bekannte Anbieter in der Schweiz: Finpension, True Wealth, Findependent, Selma, Descartes, Alpian.
Erhalte CHF 25 Gebührengutschrift
Gib meinen Empfehlungscode bei der Registrierung oder Produkteröffnung ein. Kann mehrmals für unterschiedliche finpension-Produkte eingelöst werden! Gutschrift erfolgt bei Überweisung/Transfer von mind. CHF 1'000 innert 12 Monaten nach Produkteröffnung.
Wie funktioniert ein Robo-Advisor?
Der Einstieg ist simpel: Konto eröffnen, ein paar Fragen zu Risiko, Anlagehorizont und Einzahlungen beantworten – fertig. Daraus leitet der Robo-Advisor eine passende Strategie ab. Oder du wählst direkt deine gewünschte Strategie.
Investiert wird fast immer in ETFs. Der Robo-Advisor überwacht das Portfolio und schichtet um, wenn das Verhältnis von Aktien und Anleihen aus dem Gleichgewicht rutscht. Das passiert regelbasiert, nicht emotional – ein Vorteil gegenüber menschlichen Beratern.
Was kostet ein Robo-Advisor?
Es fallen zwei Arten von Kosten an:
- Produktkosten (TER der ETFs) – ca. 0.10–0.30% (hast du beim Selbstinvestieren genauso)
- Servicegebühr des Anbieters – meist 0.25–0.75% pro Jahr, je nach Anbieter
Damit sind Robo-Advisor günstiger als klassische Vermögensverwaltung, aber teurer als selbst investieren. Bei 50’000 CHF Depotwert und 0.50% Servicegebühr sind das 250 CHF im Jahr nur für die Verwaltung. Auf 20 Jahre gerechnet ist das ein spürbarer Betrag, den du alternativ in den Markt investieren könntest.
Was macht ein Robo-Advisor, das ich nicht selbst kann?
Ehrlich gesagt: nicht viel. Das Rebalancing – also das Wiederherstellen der ursprünglichen Gewichtung – kannst du mit einem einzigen ETF komplett vermeiden. Ein globaler ETF wie der FTSE All-World oder MSCI World rebalanciert intern automatisch.
Willst du ein einfaches Portfolio aus zwei ETFs (z.B. 80% FTSE All-World, 20% Anleihen), brauchst du einmal im Jahr vielleicht 30 Minuten, um es manuell anzupassen. Das war’s.
Wann lohnt sich ein Robo-Advisor?
Es gibt durchaus Situationen, wo ein Robo-Advisor Sinn ergibt:
- Du willst ein echtes «Set-and-forget»-Produkt und wirst das sonst nie selbst machen
- Du willst dich überhaupt nicht mit ETFs oder Wertschriften-Depots befassen
- Du schätzt den Komfort mehr als die Kostenersparnis
Das ist keine falsche Entscheidung. Wer wegen zu hohem Aufwand gar nicht investiert, ist schlechter dran als jemand, der mit einem Robo-Advisor zumindest dabei ist.
Wann lohnt er sich nicht?
- Du willst Kosten minimieren
- Du möchtest selbst bestimmen, in welche ETFs du investierst
- Du bist bereit, einmal im Jahr kurz draufzuschauen
In diesen Fällen zahlst du beim Robo-Advisor schlicht für etwas, das du entweder nicht brauchst oder selbst günstiger erledigen kannst.
Mein Fazit
Für mich persönlich kommt ein Robo-Advisor nicht infrage. Mit einem einzigen globalen ETF bin ich breit diversifiziert, zahle minimale Kosten – und der Aufwand ist wirklich überschaubar. Wer älter wird und in Richtung Pension kommt, kann bei Bedarf einfach einen Anleihen-ETF ergänzen (siehe auch: Portfolio vor der Pension umschichten).
Wenn du aber weisst, dass du den Einstieg ohne automatische Lösung immer wieder aufschieben wirst: Dann ist ein Robo-Advisor besser als gar nicht anfangen.
Bereit, selbst in ETFs zu investieren? Ich habe einen Saxo-Bank-Erfahrungsbericht geschrieben – inklusive Kosten, Funktionen, Auto-Invest-Anleitung und was du beim Einstieg beachten solltest.
Häufige Fragen
Ist mein Geld beim Robo-Advisor sicher?
Ja. Dein Geld liegt nicht beim Robo-Advisor selbst, sondern bei der dahinterstehenden Depotbank. In der Schweiz sind Wertschriften als Sondervermögen geschützt – auch beim Konkurs des Anbieters.
Kann ich jederzeit aus einem Robo-Advisor aussteigen?
Ja, die meisten Anbieter haben keine Mindestlaufzeit. Du kannst dein Portfolio jederzeit verkaufen oder auf ein eigenes Depot übertragen – wobei ein Übertrag in der Regel mit Gebühren verbunden ist.
Was passiert bei einem Börsencrash mit meinem Robo-Advisor-Portfolio?
Dasselbe wie bei einem selbst verwalteten ETF-Portfolio: der Wert sinkt. Ein Robo-Advisor schützt dich nicht vor Kursverlusten – er sorgt nur dafür, dass dein Portfolio deinem Risikoprofil entspricht.
Was ist der Unterschied zwischen einem Robo-Advisor und einem ETF?
Ein ETF ist ein Anlageprodukt – du kaufst Anteile an einem Fonds. Ein Robo-Advisor ist ein Dienst, der für dich ETFs kauft und verwaltet. Robo-Advisors investieren fast immer in ETFs.
Lohnt sich ein Robo-Advisor ab einem bestimmten Betrag mehr?
Eher umgekehrt: Je grösser das Depot, desto mehr fällt die Servicegebühr ins Gewicht. Bei 200’000 CHF und 0.5% sind das bereits 1’000 CHF pro Jahr – für Verwaltungsaufgaben, die du selbst in wenigen Minuten erledigen könntest.